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WAS MUSS EIN ANGEHENDER PASTOR UNBEDINGT LERNEN?

Name: Simona Derenbach

Alter: 20

Familienstand: ledig

Schulische Vorbildung: Abitur

  1. Was sind deine Begabungen und Stärken?
    Zu meinen Begabungen würde ich Organisation, Kreativität und eine Leidenschaft für Theater und Tanz zählen. Zu meinen Stärken gehört die Pfadfinderei, meine Offenheit, Frohsinn und Humor, aber auch eine hohe Kommunikationsfreudigkeit.
  1. Was war dein Berufswunsch vor deiner Bekehrung? Was war deine Leidenschaft?
    Ich wollte ganz lange Event-Managerin oder Schauspielerin werden. Zum Schluss fand ich auch Theaterpädagogik sehr interessant. Für Schauspielerei habe ich immer noch eine große Leidenschaft.
  1. Wie bist du von deinen Eltern und deinem Zuhause geprägt worden?
    Bis zu meinem 9. Lebensjahr bin ich unchristlich erzogen worden. Meine Familie war sehr atheistisch geprägt. Meine Mutter wurde Christin, nachdem mein Vater mit seiner Schreinerei insolvent ging und sie sich an einem entscheidenden Tiefpunkt befand. Daraufhin gingen wir (Meine Eltern, mein jüngerer Bruder und ich) zuerst in eine evangelische Landeskirche. Nach ca. einem Jahr sind wir in eine Freikirche gewechselt. Ab dem Zeitpunkt habe ich „Glauben“ kennengelernt, der mir von meinen Eltern vorgelebt wurde.

Aber damit noch nicht genug:

  1. Wann und wie hast du dich bekehrt? Wie kam dann der Sinneswandel, Pastor zu werden? Gab es eine bestimmte Situation als Auslöser?
    Für meine Bekehrung waren die Royal Rangers sehr entscheidend. Hierbei handelt es sich um christliche Pfadfinder, die ein außen-missionarischer Arbeitszweig des BFP‘s (Bund freier Pfingstgemeinden) sind. Dort habe ich in einer Gruppe von ca. 9 Mädchen gelernt, was es bedeutet, Nachfolgerin Jesu zu werden und mich auf einem Sommercamp bekehrt. Im Alter von 16 Jahren bin ich selbst Leiterin einer solchen Gruppe geworden. Wodurch ich bereits gelernt habe, was es bedeutet Menschen zu prägen, zu fördern und näher zu Gott zu bringen.

Das hat mich dann nicht mehr losgelassen ….

  1. Hast du nicht Sorge, als Pastor ein ziemlich langweiliges und anstrengendes Leben zu führen? Verzicht, hohe moralische Ansprüche, ständig nervende Menschen oder sogar Arbeitslosigkeit?

Nein, ganz und gar nicht. Ich bin hier, weil Jesus mich hier hingestellt hat. Was ich „auf mich nehme“ ist nur ein Bruchteil dessen, was er für mich getan hat. Für mich gibt es keinen schöneren Gedanken, als zu wissen, mein Leben im vollzeitlichen Dienst zu verbringen.

Meiner Meinung nach ist das eines der spannendsten Leben, ich bin von ihm abhängig und wer weiß schon, wo es dich hinführt?  Keiner hat gesagt, dass es einfach wird, aber ich habe das Vertrauen, dass es das wert ist.

  1. Kannst du als Unternehmer oder Politiker nicht genauso effektive das Reich Gottes bauen wie als Pastor?

Warum nicht? 😉 Es ist eine Frage der Berufung…

  1. In der THS-Akademie bekommst du einen realen Einblick in den Alltag eines Pastors – wie sieht der aus? Was magst du besonders daran und was nicht?

Mein Alltag ist sehr voll. Die Hälfte der Woche bin ich in Bingen – die andere Hälfte in Wiesbaden. Es braucht seine Zeit sich an diesen Lebensstil zu gewöhnen. Freundschaften, Sport, Schule und Arbeit zu jonglieren ist gar nicht so einfach, wie man zu Beginn denkt.

Ich mag es immer unterwegs zu sein und neue Herausforderungen zu meistern, von Leitern zu lernen und einfach hautnah am Geschehen beteiligt zu sein. Toll ist es auch immer mehr Verantwortung zu übernehmen und in Leitungspositionen hineinzuwachsen. Schwierig ist trotzdem auch das Miteinanderleben – auch Christen können anstrengend sein. Aber auch das schult einen – Ganzheitlich. 🙂

  1. Was muss ein angehender Pastor unbedingt lernen?

Er muss sich sicher sein, dass es Gottes Wille ist und dann vertrauen. Abhängigkeit von Gott, seine Stimme hören und die Offenheit seine eigenen Pläne zu ändern, würde ich noch dazu zählen.

  1. Viele Pastoren träumten vom großen Durchbruch und Gemeindewachstum und sind enttäuscht worden. Einige sind schon ausgestiegen. Wo dran liegt das deiner Meinung nach?

Ich denke nicht, dass man das verallgemeinern kann. Ich denke es ist wichtig, dran zu bleiben, sich aktive Hilfe zu suchen und seine eigenen Motive immer wieder zu überprüfen. Bin ich auf dem Weg, den Gott mir gezeigt hat? Ist es an der Zeit etwas zu verändern? Warum mache ich das? Wen verherrliche ich – Gott, das System oder mich?

Und einiges mehr – ich denke, so viele verschiedene Menschen es gibt, so unterschiedlich sind die Geschichten und Hintergründe.

  1. Warum hast du dich entschieden, bei der THS-Akademie und nicht an einer anderen theologischen Hochschule deine Ausbildung zu machen?

Ich wollte nie bewusst Pastorin werden. Gott hat mir das erst viel später gesagt. Ich fing mit THS aufgrund der Charakterschulung an. Durch die Mischung aus Lebensgemeinschaft, Theorie und Praxis lerne ich durch einen sehr vielfältigen Lebensstil, was „vollzeitiger Dienst“ bedeutet.

  1. Was hast du bisher am meistens gelernt? Wo hast du dich durch die Ausbildung verändert?

In meiner persönlichen Reflexion. Ich habe gelernt, warum ich bin, wie ich bin und warum ich, tue was ich tue. Generell würde ich sagen, dass mein erstes Jahr mir viel Veränderung in meinem persönlichen Wachstum geschenkt hat und ich bin gespannt, was die nächsten Jahre noch mit sich bringen werden.

  1. Wenn du dir eine typische Woche in 10 Jahren vorstellen würdest – du darfst ganz wild träumen – wie sähe die aus?

Ui.. ich glaube, ich will mir nicht „nur“ eine Woche vorstellen. Ich träume von einem abenteuerlichen Leben, dass durch Gottes Führung nicht langweilig wird.

Ich liebe das Reisen und suche die Herausforderung, deswegen will ich mich noch gar nicht so weit festlegen. 😉 Aber im Fokus steht für mich Gottes Plan – und das nicht nur für mein Leben – zu verwirklichen und ganz nach dem Motto von Matthäus 28:19 zu leben. Ich will sehen, wie sich Menschen von radikaler Liebe verändern lassen und ein Leben in Freiheit gewinnen!

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