THS

WARUM GEBEN VIELE PASTOREN IHREN DIENST AUF?

Name: Stephan

Alter: 28

Familienstand: verheiratet

Schulische Vorbildung: Hochschulabschluss (Maschinenbauingenieur)

1. WAS SIND DEINE BEGABUNGEN UND STÄRKEN?

Ich bin ein Problemlöser und schwimme auch gerne mal gegen den Strom. 😉

2. WAS WAR DEIN BERUFSWUNSCH VOR DEINER BEKEHRUNG? WAS WAR DEINE LEIDENSCHAFT?

Mein Berufswunsch war es Ingenieur zu werden und Technik zu entwickeln. Dieser erfüllte sich auch und ich war 2 Jahre im technischen Management im Automotive-Umfeld tätig, stand im engen Kontakt zu BMW und verdiente sehr gut. Meine Leidenschaft lag also im Bereich der Technik und den Naturwissenschaften. Konkret liebe ich Zahlen, Formeln, Diagramme, Messergebnisse, Dinge hinsichtlich ihrer Prozesse und ihrer Effizienz zu optimieren und Probleme zu lösen. Ich sehe mich weniger als Spezialist, sondern mehr als Allrounder, der Projekte leitet und koordiniert. Und ja, ich bin gerne mein eigener Chef. 😉

3. WIE BIST DU VON DEINEN ELTERN UND DEINEM ZUHAUSE GEPRÄGT WORDEN?

Mein Vater legte Wert auf eine christliche Erziehung und wir gingen in die evangelische Landeskirche. Meine Mutter glaubt nicht an Gott. Ich wurde als Baby getauft und später konfirmiert. Damals glaubte ich zwar, dass es einen Gott irgendwo weit weg im Weltall geben würde, hatte jedoch keine persönlichen Erlebnisse mit diesem Gott. Fakt ist, dass ich nach meiner Konfirmation nur noch aus Tradition ab und zu in die Kirche ging und kaum noch betete.

Meine Eltern sind Ärzte und legten viel Wert auf Bildung. Dabei spürte ich die Erwartung, ebenso wie sie, eine akademische Laufbahn einzuschlagen – besonders um finanziell abgesichert zu sein.

4. WANN UND WIE HAST DU DICH BEKEHRT?

Nach dem Abi war ich 8 Monate in Neuseeland. Dort begegnete ich in einem Wohnheim einem Mann, der sich in meinen Augen nicht mehr unter Kontrolle zu haben schien. Er kam mit einem 20cm langen Fleischermesser direkt auf mich zu, setzte das Messer auf meine Brust und drohte mir.

In Todesangst war ich zu Eis erstarrt und unfähig zu reden oder zu handeln.

Jesus sei Dank, hat der Mann mir nur einen Schnitt am Handgelenk verpasst und ist dann weitergegangen. Dieses Erlebnis hinterließ tiefe Spuren in mir und führte mich zu der Frage, was passiert wäre, hätte er mich erstochen. Wo wäre ich da gelandet? Ist mit dem Tod alles aus? Gibt es etwas nach dem Tod? Ich hatte keine Antworten auf diese Fragen und es kam in mir der Wunsch auf, nochmal neu nach Gott zu suchen und zu schauen, was an der christlichen Religion wirklich dran ist. Mir war es sehr wichtig, die Sache mit dem Glauben selbst zu prüfen und nicht blindlings die Meinungen anderer Menschen zu übernehmen. Zurück in Deutschland traute ich mich trotz meines Wunsches ein Jahr lang nicht, in eine Kirche zu gehen und Kontakt mit Christen aufzunehmen. Darüber war ich etwas frustriert, weil mir meine Fragen keine Ruhe ließen und ich betet dann zu Gott: „Wenn´s dich wirklich gibt, dann schenk mir christliche Freunde, die mir etwas über dich erzählen!“ Und tatsächlich, zwei Wochen nach dem Gebet traf ich in der Uni zwei Christen. Kurz darauf meldete sich ein alter Klassenkamerad aus der Grundschule bei mir. Es stellte sich heraus, dass er – ebenso wie ich – 300km von unserem Heimatort nach Darmstadt gezogen war. Wir hatten zehn Jahre nichts mehr voneinander gehört. Bei unserem ersten Treffen sagte er mir, er sei vor einigen Jahren Christ geworden. Volltreffer! Zufall?! Gebetserhörung! Er lud mich in seine Church ein und die Leute erzählten mir von Jesus und dass er sein Leben für mich geopfert hat, damit mir meine Schuld vergeben werden und ich ein ewiges Leben nach dem Tod bei Gott haben kann. Auf dem Nachhauseweg fiel es mir wie Schuppen von den Augen und tief im Herzen war ich mit einem Mal total überzeugt, dass das stimmt, was ich über Jesus gehört hatte.

In meiner WG angekommen, schloss ich mich in mein Zimmer ein und fing mit Gott an zu reden, wie mit einem Freund und lud ihn in mein Leben ein, bat ihn, mir meine Schuld zu vergeben und sagte ihm, dass ich an ihn glauben und ihm nachfolgen möchte.

Bäm! In diesem Moment kam tiefer Frieden in mein Herz. Ich wusste, dass ich nach meinem leiblichen Tod bei Gott im Himmel sein werde. Außerdem erlebte ich, dass Jesus persönlich in meinem Zimmer anwesend war und nicht weit weg im Weltall „wohnt“. Jesus ist real. Er lebt und ist keine Erfindung der Kirche.

5. WIE KAM DANN DER SINNESWANDEL PASTOR ZU WERDEN? GAB ES EINE BESTIMMTE SITUATION ALS AUSLÖSER?

Mit der Entscheidung Jesus nachzufolgen traf ich auch die Entscheidung, genau das zu tun, was Gott mir sagt.

Nicht mein Wille soll geschehen, sondern das, was Gott will.

Seit dem Moment meiner Bekehrung spielte ich immer wieder mit dem Gedanken, mein Maschinenbaustudium abzubrechen und Pastor zu werden. Aber Gott hat mir gesagt, dass ich es fertigmachen soll. Es war ein langer Kampf von 5 Jahren bis ich den Ingenieurstitel in der Hand hielt und wieder fragte ich Gott, was er jetzt mit mir vorhat. Er meinte, dass ich nochmal eine pastorale Ausbildung absolvieren soll, überließ mir jedoch die Entscheidung, wann ich diese in Angriff nehme. Ich entschied mich dafür, erst 1-2 Jahre Berufserfahrung als Ingenieur zu sammeln und dann nochmal die Schulbank zu drücken. Zwischenzeitlich lernte ich meine Frau kennen. Mit unserer Verlobung kam erneut die Frage auf: „Jesus, wo willst du uns nach unserer Hochzeit haben?“ Im Laufe von vier Monaten bekamen wir von drei Leuten, die uns nicht kannten und nichts über unsere Situation wussten, dieselbe Prophetie: „Ein Baum gepflanzt an einem Wasserbach“. Dieses Bild bzw. Symbol trägt auch die THS-Akademie Bingen in ihrem Logo. Somit war klar, dass Bingen unsere nächste Lebensstation sein wird. Wie es nach dem dualen Theologiestudium weiter geht, weiß ich nicht. Ich werde wieder fragen: „Papa, was ist jetzt dran? Wo willst du mich haben?“

6. HAST DU NICHT SORGE, ALS PASTOR EIN ZIEMLICH LANGWEILIGES UND ANSTRENGENDES LEBEN ZU FÜHREN? VERZICHT, HOHE MORALISCHE ANSPRÜCHE, STÄNDIG NERVENDE MENSCHEN ODER SOGAR ARBEITSLOSIGKEIT?

Nö, für Sorgen machen bleibt definitiv keine Zeit als Pastor! 😉 Pastoren sind meistens sehr beschäftigt.

Wenn Gott mich in den pastoralen Dienst beruft, wird er auch Sorge tragen, dass ich versorgt bin, mit den Dingen, die ich brauche.

Gott ist treu und absolut zuverlässig. Das habe ich immer wieder erlebt. Ich habe mich entschieden, Gott in allen Dingen zu vertrauen. Da bleibt für Sorge kein Platz. Ich bin absolut davon überzeugt, dass ich, wenn ich meine Berufung von Gott lebe, langfristig die größte Zufriedenheit erlebe, weil Gott mich zu diesem Dienst erwählt und befähigt hat. Es gibt für mich nichts Schöneres als zu erleben, wie Menschen ihr Leben Jesus anvertrauen, sich retten lassen, an Geist, Körper und Seele geheilt werden und Gottes Allmacht durch Zeichen und Wunder in meinem Umfeld erlebbar ist. Dafür lohnt es sich zu kämpfen. Lass die Herausforderungen kommen! Mit Gott an meiner Seite wird jedes Problem gelöst, jede Mauer überwunden. Wichtig ist, dass du die Berufung von Gott in deinem Herzen trägst.

7. KANNST DU ALS UNTERNEHMER ODER POLITIKER NICHT GENAUSO EFFEKTIV DAS REICH GOTTES BAUEN WIE ALS PASTOR?

Definitiv!. Ich wünsche mir mehr Christen, die das Evangelium frei heraus mutig in ihrem Alltag in der Firma verkünden und kompromisslos christliche Werte an ihrem Arbeitsplatz leben. Da sind wir Christen oft nicht konsequent und mutig genug. Ich wäre definitiv in meiner Position als Ingenieur geblieben, hätte Christus nicht einen neuen Weg mit mir eingeschlagen. Ich kann mir auch vorstellen nach meinem Theologiestudium Teilzeit wieder als Ingenieur zu arbeiten. Wir brauchen überzeugte Christen, die auch den Manager in der obersten Etage und die Putzfrau im Restaurant mit dem Evangelium erreichen. Ich stehe für: „Glaube im Alltag leben!“

8. IN DER THS-AKADEMIE BEKOMMST DU EINEN REALEN EINBLICK IN DEN ALLTAG EINES PASTORS – WIE SIEHT DER AUS? WAS MAGST DU BESONDERS DARAN UND WAS NICHT?

Der Alltag des Pastors ist so dynamisch wie die Wechselkurse: Predigen, Seelsorge, Gemeindemanagement, Finanzentscheidungen, Öffentlichkeitsarbeit, rechtliche Themen, Visionen + Strategien entwickeln, Beten, Bibelstudium, Weiterbildung, Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation…

Ich mag an der geistlichen Leiterschaft, dass sie das Potential hat, als Multiplikatoren das Reich Gottes zum Wachstum und Blühen zu bringen, sodass ganze Gemeinden, Orte und Länder durch die Präsenz Gottes auf Erden verändert werden.

Wir sind History Maker mit großer Verantwortung. Als geistlicher Leiter schaffe ich Strukturen, Orte und Möglichkeiten, wo Menschen Gott persönlich erleben können und das Vertrauen in Jesus wächst. Parallel ist es wundervoll, wenn durch meine Arbeit Menschen zu neuer Freude und Freiheit finden und ganze Familie verändert werden, Ehen gerettet werden, Freundschaften geschlossen werden, Kranke geheilt werden und vieles mehr. Das lässt manche Herausforderung, die es in der Church nun mal gibt, schnell vergessen.

Was ich nicht mag sind die Besserwisser, die leichtfertig meinen, die komplexen Prozesse in der Gemeinde und Entscheidung des Pastors bewerten zu können und über den Pastor herfallen, als sei das geistliche Leitungsamt das Leichteste, was du tun kannst. Herausfordernd besonders im Hinblick auf meine Familie sind die vielen Termine am Abend bzw. Wochenende.

9. WAS MUSS EIN ANGEHENDER PASTOR UNBEDINGT LERNEN?

Absolut elementar sind eine tiefe, intime Beziehung zu Christus und das beständige Suchen nach Gottes Willen. Darauf aufbauend muss ein Leiter Gottes Plan für sein eigenes Leben und seine Gemeinde formulieren und Menschen für diese Vision begeistern können. Kommunikation ist das A und O. Bei der Umsetzung der Vision sind Teams notwendig.

Der Leiter muss Teams bauen und Menschen mit ihren Gaben in die richtige Position bringen können.

Dabei muss er unbedingt auch seine eigenen Stärken und Schwächen kennen und sich seiner eigenen Ergänzungsbedürftigkeit bewusst werden. Einzelkämpfer im Reich Gottes sind äußerst selten!

Ein geistlicher Leiter ist in erster Linie ein Diener und kein Machthaber. Darum hat das Entwickeln und Bewahren einer dienenden Herzenshaltung, zusammen mit Demut, oberste Priorität.

Ein Pastor muss bereit sein, eigene Wünsche und Ambitionen aufzugeben und sich Gott konsequent unterzuordnen.

Sich selbst zu leiten ist erste und wichtigste Aufgabe eines Leiters. Das Manko vieler Leiter ist, dass sie zu viel mit und an anderen Menschen arbeiten und zu wenig an sich selbst, an ihrer eigenen Gottesbeziehung, an ihrem eigenen Charakter, an ihren eigenen Leitungsfähigkeiten.

10. VIELE PASTOREN TRÄUMTEN VOM GROSSEN DURCHBRUCH UND GEMEINDEWACHSTUM UND SIND ENTTÄUSCHT WORDEN. EINIGE STEIGEN AUS. WO DRAN LIEGT DAS DEINER MEINUNG NACH

Ich denke, dass solche Erlebnisse viele Ursachen haben können. Da muss jede Situation individuell beurteilt werden. Generell stellt sich eine Enttäuschung immer dann ein, wenn ich eigene Ziele nicht erreiche oder eigene Vorstellungen nicht erfüllt werden. An dieser Stelle muss der Leiter sich immer auch fragen: „Bin ich noch im Willen Gottes?“

Ein Pastor hat definitiv Grenzen, die er auch anerkennen muss. Nicht er ist allmächtig und hält die Situation in seiner Hand, sondern Gott.

Viele Pastoren sind überfordert mit der Fülle an Aufgaben und brennen aus. Da hilft nur eine clevere Delegation von Aufgaben, gutes Selbstmanagement und ein starkes Team. Leider konzentrieren sich die rein theologischen Studiengänge zu stark auf theologische Lehre und geben dem angehenden Pastor zu wenig praktische Werkzeuge für den Gemeindealltag und das Managen der Gemeinde in die Hand. Dieses Defizit hat THS erkannt und durch die überzeugende Kombination von Theorie und Praxis behoben.

Ein Grund, warum sich Gemeindewachstum nicht einstellt sehe ich darin, dass sich viele Gemeinden zu stark um sich selbst drehen und den Missionsauftrag zu wenig aktiv leben. Die Frucht davon ist ein stagnierendes oder sogar negatives Wachstum. Primär liegt so eine Entwicklung am Leiter der Gemeinde, der die Gemeindeprioritäten festlegt und Menschen in eine konkrete Richtung zu führen hat.

11. WARUM HAST DU DICH ENTSCHIEDEN, BEI DER THS-AKADEMIE DEINE AUSBILDUNG ZU MACHEN UND NICHT AN EINER ANDEREN THEOLOGISCHEN HOCHSCHULE?

Aus meinem Maschinenbaustudium weiß ich, dass es sehr anstrengend sein kann, über mehrere Jahre nur Theorie zu pauken, ohne den Praxisbezug zu haben. Das macht müde und ist wenig effektiv. THS bietet die innovative Kombination aus Praxis und Theorie. Das, was man im Unterricht lernt, kann sofort im Gemeindekontext praktisch erprobt und gelebt werden. Leitungskompetenzen können nicht in erster Linie durch theoretisches Studium erworben werden. Sie lassen sich nur aneignen, wenn man in der Praxis übt, übt und übt. Dabei hilft die Feedbackkultur, die fester Bestandteil der Ausbildung ist.

Super finde ich, dass wir neben den reinen theologischen Fächern auch Fächer wie: Teambuilding, Coaching, Mentoring, rechtliche Themen rund um die Gemeinde, Budgetplanung, Selbstmanagement etc. haben.

Genial sind die Dynamik und Abwechslung, die sich durch dieses Ausbildungskonzept einstellen. Es wird nie eintönig oder langweilig und man weiß immer, für was man die Dinge lernt.

12. WAS HAST DU BISHER AM MEISTENS GELERNT? WO HAST DU DICH DURCH DIE AUSBILDUNG VERÄNDERT?

Durch die Ausbildung habe ich mich selbst sehr viel mehr kennengelernt, was meine Stärken und Schwächen sind. Dinge aus der Vergangenheit musste ich aufarbeiten. Dadurch kam ich in immer größere Freiheit, zu größerem Selbst- und Gottesbewusstsein. Außerdem hat meine Menschenfurcht abgenommen und ich lerne immer besser Menschen zu führen und für Gottes Reich freizusetzen. Mein Glaube bzw. mein theologisches Verständnis wächst und gewinnt an Breite. Man lernt, verschiedene theologische Standpunkte zu verstehen und stehen zu lassen.

13. WENN DU DIR EINE TYPISCHE WOCHE IN 10 JAHREN VORSTELLEN WÜRDEST – DU DARFST GANZ VIEL TRÄUMEN – WIE SÄHE SIE AUS?

Meine Traumwoche hat folgende Bestandteile:

Qualitätszeit mit Gott | Qualitätszeit mit meiner Familie | mindestens 5h, in denen ich mich mit Menschen treffe, sie kennen lerne, im Glauben ermutige und zu starken Jesusnachfolgern forme | Leitertreffen mit meinem Team aus der Church, bei dem ich meine Leiter bzw. Mitarbeiter zurüste, ermutige und mit ihnen die Entwicklung des Reiches Gottes plane | eine kraftvolle Predigt in einem prall gefüllten Gottesdienst, in dem Gott mit Zeichen und Wundern wirkt und Menschen verändert heraus gehen | Treffen und Gespräche mit gesellschaftlich relevanten Gremien, z.B. aus Politik und Wirtschaft | Zeit zum Mountainbike Fahren

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