THS

Benjamin: Gottes Berufung leben!

Name: Benjamin Sasse

Alter: 27

Schulische Vorbildung: Abitur, (Studium: Soziale Arbeit B.A.)

 

  1. Was sind deine Begabungen und Stärken?

     

Ich kann mich gut in andere Menschen hineinversetzen und neue Denkanstöße geben. Außerdem lasse ich mich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Bei allem bin ich dankbar für das, was Gott mir gegeben hat.

 

  1. Was war dein Berufswunsch vor deiner Bekehrung? Was war deine Leidenschaft?

     

In dem Alter, in dem ich mich für Jesus entschieden habe, habe ich mir noch keine Gedanken über meinen Beruf gemacht. Deswegen kann ich diese Frage nicht wirklich beantworten.

 

  1. Wie bist du von deinen Eltern und deinem Zuhause geprägt worden?

Meine Eltern haben mir schon immer vorgelebt, dass Jesus nachzufolgen und für die Familie und andere da zu sein, das wichtigste ist. Dazu hat mich stark geprägt, dass ich als das dritte von fünf Kindern aufgewachsen bin. Das hat dazu geführt, dass ich gelernt habe zu vermitteln. Außerdem war ich darum bemüht, es allen Recht zu machen.

 

  1. Wann und wie hast du dich bekehrt? Wie kam der Sinneswandel, Pastor zu werden? Gab es eine bestimmte Situation als Auslöser?

 

Ich habe mich im Alter von 11 Jahren auf einem Zeltlager der Royal Ranger dazu entschieden, Jesus mein Leben zu geben!

Mein Leben lang wollte ich Gott gefallen und bin mehr denn je dabei zu verstehen, dass es Gott nicht darum geht.

Er wartet nur darauf, dass wir aufhören uns unsere Gerechtigkeit vor ihm verdienen zu wollen und stattdessen im Glauben die Wahrheit ergreifen, dass Jesus für mich und dich geschafft hat, was wir nie schaffen könnten und auch nicht müssen.

 

Ich habe mir nie vorgenommen Pastor zu werden. Nach einigen Monaten, in denen ich als Sozialpädagoge im „Kinderheim“ gearbeitet habe, hatte ich ein eindrückliches Berufungserlebnis. Gott hat mir innerhalb von zwei Tagen auf fünf verschiedene Art und Weisen gesagt und gezeigt, dass ich Pastor werden „soll“. Einige Zeit später fand ich eine Predigtmitschrift, die ich zwei Monate vor meiner Berufung, geschrieben hatte. In dieser Predigt ging es um Vision und ich weiß noch genau, wie ich am Abend nach der Predigt Gott kurz und knapp, aber ernsthaft darum gebeten habe mir zu zeigen, was er mit meinem Leben vorhat. Zwei Monate später hat er das dann durch verschiedene Menschen, einen Traum und eine Prophetie gemacht.

Gott nimmt unsere Gebete ernst und möchte uns auch wissen lassen, was er mit und durch uns vorhat!

 

  1. Hast du nicht Sorge, als Pastor ein ziemlich langweiliges und anstrengendes Leben zu führen? Verzicht, hohe moralische Ansprüche, ständig nervige Menschen oder sogar Arbeitslosigkeit?

 

Sich Sorgen über die vorstellbare Zukunft zu machen, ist meiner Meinung nach nie von Vorteil. Man hat immer die Wahl, sich entweder Sorgen zu machen oder Gott zu vertrauen, dass die Zukunft gut sein wird. Genauso wie ich in der Gegenwart seine Führung erlebe, werde ich sie auch dann erleben. Und in seiner Gegenwart ist das Leben von seiner Herrlichkeit erfüllt, die auch bei schwierigen Umständen bestehen bleibt. Deswegen gibt es nichts Schöneres als Gott hingegeben zu leben und mit ansehen zu dürfen, was er durch einen selbst und um einen herum tut und tun wird.

 

  1. Kannst du als Unternehmer oder Politiker nicht genauso effektiv das Reich Gottes bauen wie als Pastor?

 

Ich habe, wie schon erwähnt, dreieinhalb Jahre in einem „Kinderheim“ gearbeitet und durfte dort auch Gottes Reich bauen. Deswegen kann ich sagen, dass es genauso im gewöhnlichen „Arbeitsleben“ möglich ist.

Aber entscheidend ist, wozu Gott dich beruft. Denn nur dort kann Gott dich effektiv gebrauchen.

Solange ich im Kinderheim gearbeitet habe, habe ich dort auch meine Berufung gesehen, ohne dass ich dazu ein Berufungserlebnis hatte. Wenn man Gott sucht und danach Entscheidungen trifft, darf man davon ausgehen in seiner Berufung zu leben, bis Gott einen verändernden Einfluss nimmt.

Jetzt sehe ich es als Privileg, dass Gott mich freigesetzt hat, ihm vollzeitlich dienen zu dürfen. Aber ohne sein eindeutiges Reden hätte ich meine Berufung weiterhin in meiner vorherigen Arbeit gesehen und würde auch dort sein Reich bauen.

 

  1. In der THS-Akademie bekommst du einen realen Einblick in den Alltag eines Pastors – wie sieht dieser aus? Was magst du besonders daran und was nicht?

 

Durch das „duale Konzept“ bekomme ich tatsächlich sehr gute Einblicke in das Leben eines Pastors. Kommunikation macht dabei den Großteil der Zeit aus, ebenso wie Planungsprozesse. Mir gefällt daran gut, dass man viele Gespräche führen und visionieren darf. Dagegen ist es für mich herausfordernd, mich gut selbst zu managen, um alle anstehenden Aufgaben effektiv zu erledigen.

 

  1. Was muss ein angehender Pastor unbedingt lernen?

 

Selbstmanagement allem voran. Die eigenen Bedürfnisse zurückstellen zu können, aber sich auch bewusst Zeit dafür zu nehmen. Andere Menschen lieben und für sie da sein, kann man erst, wenn man sich genauso Zeit für sich selbst und mit Gott nimmt. Ohne in Gott zu ruhen und aus seiner Kraft heraus zu leben, wird ein Leben als Pastor nicht lange gut gehen.

 

  1. Viele Pastoren träumen vom großen Durchbruch und Gemeindewachstum und werden enttäuscht. Einige steigen aus. Woran liegt das deiner Meinung nach?

 

Ich glaube, dass es in Gottes Reich nie darum geht, groß zu werden, nicht als Person und auch nicht als Ortsgemeinde. Deswegen würde ich einen persönlichen Durchbruch oder Gemeindewachstum nicht als Maßstab anlegen. Ich denke, dass es die größte Herausforderung darstellt, als einziges Ziel zu verfolgen, Gott zu erhöhen und einen Lebensstil der Anbetung zu führen. Gelingt das mit Gottes Gnade, kann ich nicht enttäuscht werden, weil es dann nur auf Gott ankommt und nicht auf mich als Pastor. Nur wenn ich mich entscheide, mein Ding durchzuziehen, vielleicht auch ohne es zu bemerken, kann ich enttäuscht werden. Um davor bewahrt zu werden bin ich auf Gottes Gnade angewiesen.

 

  1. Warum hast du dich entschieden, bei der THS-Akademie deine Ausbildung zu machen und nicht an einer anderen theologischen Hochschule?

 

Mich hat einfach das „duale Konzept“, mit viel Praxis total überzeugt. Und außerdem habe ich es als Gottes Führung erlebt, wie ich auf die THS aufmerksam geworden bin.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist meiner Meinung nach, dass man von sehr vielen verschiedenen Persönlichkeiten unterrichtet und geprägt wird und nicht nur von einigen wenigen Professoren.

Dadurch hat man die Chance sehr viele theologische Sichtweisen und Lebensweisen mit Gott, gezeigt zu bekommen.

 

  1. Was hast du bisher am meisten gelernt? Wo hast du dich durch die Ausbildung verändert?

Bisher habe ich am meisten über Selbstmanagement gelernt, die Kunst mich selber zu leiten. Dabei werde ich nach wie vor herausgefordert, meine Arbeitsweise zu optimieren.

Außerdem schaffe ich es mittlerweile wöchentlich einen Ruhetag einzuhalten und merke wie sehr ich davon profitiere, am Sabbath selber, aber auch in der restlichen Woche.

 

  1. Wenn du dir eine typische Woche in 10 Jahren vorstellst – du darfst ganz wild träumen – wie sähe sie aus?

Das könnte so aussehen, dass ich eine Gemeinde bestehend aus Menschen, auch aus Randgruppen der Gesellschaft leite. Wir treffen uns an verschiedenen Orten, in Wohnungen oder auch auf öffentlichen Plätzen, um Gott anzubeten, Jüngerschaft zusammen zu leben und auch neue Menschen in die Gemeinschaft aufzunehmen. Ich träume von einer Gemeinschaft, in der gerade auch die Menschen, die von der Gesellschaft abgelehnt werden, Annahme und Liebe erfahren und so unseren liebenden Vater im Himmel kennenlernen können.