THS

GOTT MACHT KEINE HALBEN SACHEN

Name: Sora

Alter: 22

Familienstand: In Entwicklung

Schulische Vorbildung: Allgemeine Hochschulreife

1. WAS SIND DEINE BEGABUNGEN UND STÄRKEN?

Ich habe eine totale Leidenschaft für das Predigen entwickelt. Ich liebe es, Gottes Wort und seine Liebe weiterzugeben, damit Menschen erfahren, was eine lebendige Beziehung zu Gott wirklich bedeutet.

2. WAS WAR DEIN BERUFSWUNSCH VOR DEINER BEKEHRUNG? WAS WAR DEINE LEIDENSCHAFT?

Bevor ich mich für die THS entschieden habe, wollte ich eigentlich etwas in Richtung der Psychologie oder Pädagogik machen. Die perfekte Schnittstelle davon ist eigentlich Kinder-Psychologe. Ich hab mich sehr dafür interessiert und bin echt tief in der Materie versunken, um irgendwann diesem Traum nachgehen zu können. Natürlich hatte ich auch einen Plan B! Sollte das nicht ganz klappen, würde ich Sozialassistent oder Erzieher werden.

3. WIE BIST DU VON DEINEN ELTERN UND DEINEM ZUHAUSE GEPRÄGT WORDEN?

Von meinen Eltern bin ich stark von der russischen Kultur und Mentalität geprägt worden. Es hat lange gebraucht, um bestimmte Verhaltensweisen und immer wiederkehrende Muster zu erkennen und auch mal zu ändern. Glaubenstechnisch war da leider fast nichts vorhanden. Nur von meinem Opa hab ich hin und wieder mal etwas über Gott gehört, aber auch auf eine russisch-orthodoxe Art und Weise.  Allgemein würde ich sagen, dass ich im Glauben doch eher negativ geprägt worden bin.

4. WANN UND WIE HAST DU DICH BEKEHRT? WIE KAM DANN DER SINNESWANDEL, PASTOR ZU WERDEN? GAB ES EINE BESTIMMTE SITUATION ALS AUSLÖSER?

Um eine lange Geschichte kurz zu halten: Bekehrt habe ich mich durch eine Vision, in der ich Jesus gesehen habe. Mein Leben sah zu diesem Zeitpunkt alles andere als gut aus.

Aber durch die Begegnung mit Jesus kam auch was viel Größeres mit sich: Eine neue Hoffnung für mein Leben.

Der Sinneswandel dann auch Pastor zu werden, war nochmal ein sehr großer Sprung. Aber dieser kam dann doch sehr klar! Irgendwann hatte ich einfach das Gefühl, nicht mehr in die psychologische Richtung gehen zu wollen. Als ich Gott dann fragte, ob ich nicht Pastor werden sollte, hörte ich auf einmal eine laute Stimme im ganzen Raum, die „Ja“ sagte. Für mich war das eine komplett neue Erfahrung. So etwas habe ich auch bisher noch nicht wieder erlebt. Aber ich denke, Pastoren müssen sich in ihrer Berufung sehr sicher sein, da man in schweren Zeiten doch immer wieder mal dran zweifelt.

5. HAST DU NICHT SORGE, ALS PASTOR EIN ZIEMLICH LANGWEILIGES UND ANSTRENGENDES LEBEN ZU FÜHREN? VERZICHT, HOHE MORALISCHE ANSPRÜCHE, STÄNDIG NERVENDE MENSCHEN ODER SOGAR ARBEITSLOSIGKEIT?

So bewusst waren mir die Anforderungen an den Pastorberuf nicht immer. Ich glaube aber doch, dass ich durch die Ausbildung hier einen tiefen Einblick in das Pastorenleben bekomme. Und dieses Leben ist alles andere als langweilig! Es kommt immer wieder etwas Neues.

Kein Wunder: Man arbeitet auch mit Menschen zusammen – einfach alles dreht sich um andere Menschen. Und die sind auf keinen Fall langweilig.

Natürlich ist es schon sehr anstrengend. Aber wenn man sieht, wie sich Menschen komplett verändern und ein wirklich neues Leben beginnen – dann ist es das sowas von wert. Immerhin hat man das Glück, das Gott einen begleitet und auch durch alles hindurch führt. Ich erlebe, dass in den ganzen Herausforderungen, Gottes Gnade besonders sichtbar und stark wirkt.

6. KANNST MAN ALS UNTERNEHMER ODER POLITIKER NICHT GENAUSO EFFEKTIV DAS REICH GOTTES BAUEN WIE ALS PASTOR?

Doch, das glaube ich auf jeden Fall! Und genau so muss das auch sein. Gemeinde sollte aus den unterschiedlichsten Menschen bestehen: Es sollte ein Ort sein, wo Schüler und Lehrer, Arme und Reiche, Schwache und Starke zusammen kommen, um Familie sein zu können.

Aktiv sein für das Reich Gottes kann jeder. Aber erst, wenn auch jeder wirklich aktiv ist, kann der „Leib“ funktionieren.

7. IN DER THS-AKADEMIE BEKOMMST DU EINEN REALEN EINBLICK IN DEN ALLTAG EINES PASTORS. WIE SIEHT DER AUS? WAS MAGST DU BESONDERS DARAN UND WAS NICHT?

Er sieht nicht einfach aus. Man lernt hier auf jeden Fall an seine Grenzen zu kommen und seine Grenzen immer wieder zu erweitern. Als Pastor ist man permanent von anderen Menschen umgeben. Manchmal ist das nicht leicht und wirklich „abschalten“ muss man erst lernen. Ich liebe beinahe alles an meinem Beruf: Gemeinschaft zu haben mit anderen, gemeinsam beten, nach Lösungen suchen, nachdenken über geistliche Dinge, andere Menschen begleiten, lehren, predigen, Lobpreis, Tief einsteigen in Gottes Wort, Gottes Kraft in Aktion sehen, Zeichen und Wunder – und immer wieder selbst ein Lernender sein. Was ich weniger mag, sind natürlich Konflikte anzugehen, als Streitschlichter aktiv sei zu müssen und insgesamt auch immer wieder „Niederlagen“ zu erleben.

8. WAS MUSS EIN ANGEHENDER PASTOR UNBEDINGT LERNEN?

Menschen zu lieben! Wirklich zu lieben. Aus tiefstem Herzen bereit zu sein, Tränen im Gebet für sie zu vergießen und in sie zu investieren. Als zweites muss ein Pastor lernen, sozial offen und einen Hauch extrovertiert zu sein, um seine Vision nach außen tragen zu können.

9. VIELE PASTOREN TRÄUMTEN VOM GROSSEN DURCHBRUCH UND GEMEINDEWACHSTUM UND SIND ENTTÄUSCHT WORDEN. EINIGE STEIGEN AUS. WORAN LIEGT DAS DEINER MEINUNG NACH

Gott wird seine Kinder niemals enttäuschen.

Ich glaube, viele träumen oft ihren eigenen Traum, haben ihr eigenes Ziel vor Augen und laufen mit eigener Kraft dorthin. Auch wenn das Ziel sich noch so gut anhört… Da ist es kein Wunder, dass man nach einer gewissen Zeit enttäuscht ist. Was wichtig ist: Auf Gottes Stimme zu hören, Klarheit zu bekommen und dann gemeinsam mit Gott auf das Ziel hinzuarbeiten. Man kann unzählige Male von Menschen hören, dass man auf dem richtigen Weg ist: Aber ob du wirklich der richtigen Vision hinterherjagst, erfährst du nur in einem tiefen und ehrlichen Gespräch mit Jesus. Und die Vision die wirklich von Gott an uns persönlich stammt – auch wenn sie nicht unbedingt die „ganze Bekehrung der Welt“ bedeutet oder die größte „Megachurch der Welt“ – beim wahren Auftrag Gottes dürfen wir erfahren, dass auch Gott wirklich hinter ihr steht.

10. WARUM HAST DU DICH ENTSCHIEDEN, BEI DER THS-AKADEMIE DEINE AUSBILDUNG ZU MACHEN UND NICHT AN EINER ANDEREN THEOLOGISCHEN HOCHSCHULE?

Natürlich habe ich mir auch andere theologischen Hochschulen angeschaut und abgewägt. Für mich waren die Länge des Studiums oder die Kosten nicht so wichtig. Viel wichtiger war mir das „Produkt.“ Ich wollte sehen, wie Menschen nach dieser Ausbildung drauf sind und was sie damit anfangen. Fast alle haben nach dieser Ausbildung was gestartet, sind aktiv geworden und brennen begeistert für ihren Glauben. Das hat mich am meisten inspiriert und mir auch eine Sicherheit gegeben, dass das der richtige Ort ist.

11. WAS HAST DU BISHER AM MEISTENS GELERNT? WO HAST DU DICH DURCH DIE AUSBILDUNG VERÄNDERT?

Ich hab mich wirklich vollkommen verändert. Man selbst sieht das immer erst wenn man sich anschaut, wie man früher war. Nicht nur äußerlich habe ich mich stark verändert, sondern ich wurde von einer eher verschlossenen zu einer sehr offenen Person, die ihre Gedanken teilen kann und Dinge noch mehr hinterfragt. Zusammengefasst kann ich sagen:

Ich bin in eine Leiterrolle hinengewachsen: Ich bin ein Leiter.

Ich gehe anders mit Menschen und Situationen um. Ich frage Gott in jeder Situation um Hilfe. Mein Herz für Menschen hat sich total entwickelt. Auch in Predigten hat mich die Ausbildung oftmals herausgefordert und mich immer wieder aus meiner Comfort-Zone herausgeholt. Vor allem habe ich gelernt, dass Wachstum immer in kleinen Schritten geschieht – aber er geschieht! Sei nicht entmutigt, wenn sich die ganze Welt morgen nicht verändert. Veränderung braucht seine Zeit um stabil zu sein.

12. WENN DU DIR EINE TYPISCHE WOCHE IN 10 JAHREN VORSTELLEN WÜRDEST – DU DARFST GANZ WILD TRÄUMEN – WIE SÄHE DIESE AUS?

Ein schöner, strahlender Sonnenaufgang auf der Nordinsel Neuseelands. Ich wache sonntags mit meiner bezaubernden Frau auf und frühstücke mit ihr gemeinsam. Währenddessen reden wir natürlich über Gottes Wort und beten für den Tag. Anschließend machen wir uns mit der Vielzahl an Kindern auf (Gott weiß, wie viele es wohl sein werden) und fahren in den Gottesdienst. Dort freue ich mich auf Gemeinschaft und den Leuten durch meine Predigt etwas mitzugeben. Nach dem Gottesdienst haben wir noch Gemeinschaft in unserem gegenüberliegenden Café. Dort hören wir verschiedene Zeugnisse von ganz unterschiedlichen Personen. Dann müssen wir uns aber beeilen ,weil Wir zum Mittagessen bei einer einheimischen Familie eingeladen sind. Dort gibt es gutes, exotisches Essen. Anschließend habe ich endlich mal Zeit, die ich intensiv mit den Kindern nutze: Wir spielen Ballspiele und haben viel Spaß. Am Abend haben wir Zeit abzuschalten: Meine Frau und ich planen die nächsten Schritte und Projekte der Gemeinde und sind dabei vollkommen aufgeregt. Nach einem Ausflug in die schönen Gebiete Neuseelands, klingt der Tag aus und ich schreibe nun noch an meinem Buch weiter. Bei dem zu Bettlegen der Kinder offenbart mir unsere Tochter ihren Liebeskummer und wir beten noch gemeinsam. Meine Frau und ich haben dann endlich Zeit für uns allein und gehen in unser Lobpreiszimmer, was vollkommen schallisoliert ist und beten dort den Herrn an bis tief in die Nacht.
Und nun bist du dran: Was ist DEINE Berufung von Gott?

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