Blog

Gott wird Dich zur besten Version Deiner selbst verändern!

Name: Andreas Krahn

Alter: 29 – manche sagen Ende 20 ☺

Familienstand: Ledig

Schulische Vorbildung: Master of Engineering in Elektro- und Automatisierungstechnik

1. Was sind deine Begabungen und Stärken?

Ich habe ein großes Herz für Menschen, bin begeisterungsfähig, glücklich und ermutigend. Auch bedingt durch meinen alten Beruf kann ich ziemlich gut organisieren und leiten. Vor allem danke ich Gott für meine Kreativität, die mir manchmal sogar etwas im Weg steht, aber am Ende des Tages immer wieder neue schöne Möglichkeiten eröffnet! Und ich scheue es nicht, mehr zu geben.

 

2. Was war dein Berufswunsch vor deiner Bekehrung? Was war deine Leidenschaft?

Ich habe einige Jahre als Projektingenieur gearbeitet, was nicht unbedingt mein Berufswunsch war, aber es gab viel Kohle und war sicher. Eigentlich wollte ich immer Rockstar oder Schriftsteller werden. Ich habe immer sehr gerne sehr viel geschrieben, gedichtet, getextet und mich mit so unendlich vielen kreativen Dingen beschäftigt, dass ich irgendwann selbst keinen Überblick mehr hatte. Unnützes Wissen habe ich mir auch zuhauf angeeignet. Und ich wollte immer viel von der Welt sehen, was auch noch so kommen wird.

3. Wie bist du von deinen Eltern und deinem Zuhause geprägt worden?

Meine Eltern haben mich sehr vertrauensvoll erzogen und mir viele Freiräume gelassen, die ich bis ans Maximum ausgereizt und überzogen habe. Darauf bin ich nicht stolz, andererseits kann ich aus den Erfahrungen meines Lebens schöpfen. Manchmal will ich Grenzen aufgezeigt bekommen, aber irgendwie ja dann doch Freiheit haben.

Es war längst nicht immer alles rosig, dafür war ich meistens aber auch selbst verantwortlich.

Glaube war nie so das Thema, aber ich bin sehr dankbar, dass ich zumindest erfahren durfte, dass es Gott gibt. Ihn kennenzulernen hat dann zwar noch viele Jahre gedauert, aber es hat sich gelohnt!

 

4. Wann und wie hast du dich bekehrt? Wie kam der Sinneswandel, Pastor zu werden? Gab es eine bestimmte Situation als Auslöser?

Ich könnte die Story jetzt sehr lange ausführen, weil sie wirklich lang ist. Fakt ist, dass Gott mich nach einer mehrjährigen Zeit der Depression und Frustration in eine Gemeinde geführt hat, wo ich das erste Mal nicht nur ermutigenden Menschen begegnet bin, sondern auch begriffen habe, dass ich so okay bin, wie ich bin. Nach meiner Bekehrung ging es ziemlich viel auf und ab, weil ich vieles nicht verstanden habe oder auch teilweise nicht verstehen wollte. Nachdem bei mir viele Probleme geklärt waren, war ich Gott so dankbar dafür, dass ich diesen Weg gehen durfte, habe aber gleichzeitig die vielen Menschen gesehen, die Gott noch nicht kennen und deswegen im Leben total strugglen. Und ich hatte das Vorrecht, da herausgekommen zu sein und andere nicht, das hat mich extrem beschäftigt! Dies hat sich dann mehr und mehr als Berufung herauskristallisiert, bis ich eines Abends im Gebet den klaren Auftrag bekommen habe, mein altes Leben komplett aufzugeben und mich voll und ganz in den Dienst der Menschen zu stellen.

 

5. Hast du nicht Sorge, als Pastor ein ziemlich langweiliges und anstrengendes Leben zu führen? Verzicht, hohe moralische Ansprüche, ständig nervige Menschen oder sogar Arbeitslosigkeit?

Manche Dinge kann man sicherlich als positives Berufsrisiko abstempeln, aber ich sehe das eher als geniale Chance.

Als Minimalist kommt mir vieles sogar gelegen! Langweilig ist das Leben definitiv nie. Und arbeitslos wird man als Pastor in diesem Leben bei mehreren Milliarden Nichtchristen sowieso nicht mehr.

 

6. Kannst du als Unternehmer oder Politiker nicht genauso effektiv das Reich Gottes bauen wie als Pastor?

Auf jeden Fall! Die biblisch korrekte Antwort ist sicherlich, dass jeder seine eigene Aufgabe in Gottes Reich hat und wenn wir alle Pastoren wären, dann würde das auch nicht wirklich funktionieren. Letzten Endes kommt es darauf an, mit welcher Herzenshaltung wir unserer Aufgabe nachkommen. Jeder Mensch kann mit seinen Gaben und in seiner Position Gottes Reich bauen!

 

7. In der THS-Akademie bekommst du einen realen Einblick in den Alltag eines Pastors – wie sieht dieser aus? Was magst du besonders daran und was nicht?

Gerade am Anfang meines Glaubenslebens dachte ich, ein Pastor würde nur predigen und eine Gemeinde leiten und vielleicht ein bisschen mehr beten als der Durchschnitt. Doch es ist so viel spannender, dass man eine Aufgabe von Gott hat, Menschen in ihrer Gottesbeziehung zu fördern und ihnen auch in schwierigen Situationen einen Halt gibt. Man ist nun mal oftmals die erste Anlaufstelle. Gleichzeitig lernt man, dass Pastoren oft zur eierlegenden Wollmilchsau werden, weil man ja alles geben und exzellent sein und Gottes Reich bauen will. Als Pastor musst du ein Teamplayer sein, eben weil dieses Bestreben, alles selbst machen zu wollen, dich sonst in die Knie zwingen wird. Und auch dein Tag hat nur 24h. Ich mag nicht, dass es nicht von Berufs wegen mehr werden.

 

8. Was muss ein angehender Pastor unbedingt lernen? 

Subjektiv beantwortet: Die Basis eines jeden Dienstes ist eine stabile Gottesbeziehung. Da Gott seinen Teil bereits gegeben hat, ist man für seinen Teil selbst verantwortlich. Das ist für jeden Menschen unterschiedlich, weil wir alle unterschiedliche Leben und Mindsets haben.

Wie bei allen Dingen im Leben ist es wichtig, bei allem das richtige Maß zu finden.

In weltlichen wie in geistlichen Komplexen. Und man darf sich nie mit dem Hier und Jetzt zufriedengeben, sondern braucht eine ständige Bereitschaft zum Wachstum, ohne in Aktionismus, Egoismus und Selbstzerlegung auszuarten.

 

9. Viele Pastoren träumen vom großen Durchbruch und Gemeindewachstum und werden enttäuscht. Einige steigen aus. Woran liegt das deiner Meinung nach?

Wir verwechseln oft Traum und Realität. Gott hat zwar viel mit uns vor, aber er bestimmt die Schritte. Groß zu denken ist kein Automatismus, dass auch in wenigen Jahren alles groß ist. Und andererseits müssen wir uns immer wieder hinterfragen, ob wir mit unseren Zielen und Taten wirklich Gott in den Mittelpunkt stellen oder nicht doch vielleicht uns selbst. Gottes Reich zumindest jetzt ist nicht gerade ein rosaroter Ponyhof. Wenn wir in unserer christlichen Blase sind, ist bestimmt alles super und toll und total deep. Aber zu denken, dass das das Leben eines Pastors ist, ist Realitätsflucht. Da ist auch mehr Satan drin, als wir Christen gerne hätten oder uns eingestehen wollen. Wir sind immer in einem Kampf – zwar auf der Siegerseite, aber wenn wir uns darauf ausruhen, kommen wir schneller zu Fall, als uns das lieb ist.

 

10. Warum hast du dich entschieden, bei der THS-Akademie deine Ausbildung zu machen und nicht an einer anderen theologischen Hochschule?

Tatsächlich wollte ich erst ein Fernstudium oder ein berufsbegleitendes Studium machen, damit ich auch super abgesichert bin und so. Allerdings kam dann schnell das Gefühl „Wozu halbe Sachen machen, du hast doch sowieso nichts anderes auf dem Herzen?“.

Ich bekam dann THS empfohlen und mindestens nach dem CAST, spätestens nach tollen Gesprächen mit den Menschen hier war mir klar, dass dies der für mich absolut richtige Weg ist.

Neben der Lebensgemeinschaft hier sagt mir besonders der Fokus auf charakterliche Entwicklung zu – und das es eben keine bloße Wissensvermittlung ist.

 

11. Was hast du bisher am meistens gelernt? Wo hast du dich durch die Ausbildung verändert?

Ich habe echt eine gewisse Leichtigkeit im Sein für mich entdeckt. Wenn du mehrere Jahre nur arbeitest und feierst, staut sich einiger Lebenskram an. Der kam mir oft wie ein unerklimmbarer Berg vor, den aber ich mittlerweile ganz gut abgebaut habe. Beziehungen lebt man, wenn man nicht seine Erwartungshaltung auf andere projiziert. Und vor allem: Sei einfach real. Der Rest kommt schon noch.

 

12. Wenn du dir eine typische Woche in 10 Jahren vorstellst – du darfst ganz wild träumen – wie sähe sie aus?

Ich bin irgendwo auf der Welt, habe irgendeine Familiensituation, bin zwar konstant gefordert, aber glücklich und gesund. Und blicke zurück und bin dankbar für das, was war und was noch kommt. Also eigentlich recht ähnlich wie heute, nur anders. Auf jeden Fall bin ich dann voll der Ökö und mache sogar regelmäßig Sport. Prinzipiell blicke ich nicht gerne so weit. Ich plane nur noch die nächsten Wochen und lasse alles Weitere so kommen.